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Zittauer Schmalspurbahn

Zittau – Bertsdorf – Kurort Oybin / Kurort Jonsdorf

Winterfreuden und Dampf im kleinsten Mittelgebirge Deutschlands

Im Dreiländereck zu Tschechien und Polen liegt das Zittauer Gebirge. Über den Sandsteinfelsen und der urwüchsigen Natur erhebt sich seit über 600 Jahren die romantische Ruine von Burg und Kloster Oybin.

Vom Berg aus ist im Tal die kleine Bahn zu sehen, die von hier oben ganz winzig aussieht.Mit den Burg- und Klosterzügen können auch Sie auf bequeme Weise von Zittau aus bis zum Berg Oybin fahren. Die geführte Veranstaltung informiert Sie ausführlich über Geschichte und Region und auch das Kulinarische kommt nicht zu kurz, für weiterreichende Gaumenfreuden empfiehlt sich eine Fahrt im Gourmetzug. Sollten Sie auf Historie wert legen, sind Ihnen die Zittauer Stadtwächterzüge besonders zu empfehlen.

Die Bahn bringt seit über 100 Jahren die Gäste bequem von Zittau aus bis zu den Kurorten Oybin und Jonsdorf. Der Bahnhof Bertsdorf ist etwas besonderes, weil sich hier die Strecke teilt und täglich eine Doppelausfahrt zu erleben ist. Jonsdorf empfiehlt sich besonders als Ausgangspunkt für Wanderungen durchs Gebirge.

In der alten Handelsstadt Zittau als Teil der Via Regia befindet sich mit dem großen Fastentuch eines der bedeutendsten religiösen Relikte Sachsens. Daneben lädt Sie natürlich auch die historische Altstadt zu einem Bummel ein. Die Zittauer Schmalspurbahn – auch als Zug Ohne jegliche Eile bekannt – erwartet Sie gern zu einer Mitfahrt.

Erlebnisse am Rande

Altstadt Zittau: Ein sehenswerter historischer Stadtkern mit Rathaus und prunkvollen Bürgerhäusern lädt zum Verweilen ein.
Großes Zittauer Fastentuch von 1472: Zu besichtigen in der als Museum eingerichteten "Kirche Zum Heiligen Kreuz" in Zittau.
Naherholungsgebiet Olbersdorfer See: Campingplatz, Surfschule, Freizeitzentrum und Sandstrand laden zu entspannten Stunden ein.
Naturpark Zittauer Gebirge: Radtouren und romantische Wanderungen auf dem gut ausgebauten Wegenetz inmitten der Natur.
Cölestiner-Klosteranlage Oybin: Mittelalterliche Ruine auf den zerklüfteten Felsen des Berges Oybin, hoch oben über dem Tal gelegen.

Bahnstrecke Zittauer Schmalspurbahn

Lage

Die Zittauer Schmalspurbahn befindet sich im östlichsten Zipfel Deutschlands in unmittelbarer Nähe zum Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland.

Anfahrt mit Bus & Bahn

Zu erreichen ist die Bahnlinie bequem mit dem Zug von Dresden oder Görlitz, im Bahnhof Zittau besteht jeweils Anschluss zu den Schmalspurzügen.

Anfahrt mit dem Auto

Zur Anreise mit dem Pkw ist die B178 zu empfehlen.

Streckenverlauf



Fahrzeuge Zittauer Schmalspurbahn

Dampflokomotiven

Die meistgebaute Lokomotivgattung der sächsischen Schmalspurbahnen ist die sächsische IV K (sprich: viere K). Zwischen 1892 und 1921 verließen nicht weniger als 96 Exemplare dieser Bauart die Lokomotivfabrik vorm. Richard Hartmann in Chemnitz. Einst waren sie daher auf allen 750mm-spurigen Schmalspurbahnen in Sachsen von Carlsfeld bis Zittau und darüber hinaus beispielsweise auf der Insel Rügen anzutreffen. Die Naßdampfloks mit dem charakteristischen 4-Zylinder-Verbundtriebwerk erreichen eine Leistung von rund 210 PS. Weitere technische Daten sind die Fahrzeuglänge von 9.000 mm und die Dienstmasse von max. 29,3 t. Insgesamt sind 22 Exemplare dieser Lokomotivtype erhalten geblieben. Zum Bestand des Interessenverbandes Zittauer Schmalspurbahn zählt eine Lok dieses Typs.

145 (99 555) Baujahr 1908, SMF Chemnitz/3208, derzeit in Aufarbeitung

Seit über 30 Jahren bewältigen die Einheits- und Neubaudampfloks der ehemaligen Deutschen Reichsbahn Gesellschaft beziehungsweise Deutschen Reichsbahn nahezu allein den Verkehr auf den verbliebenen sächsischen Schmalspurbahnen. Zur Bewältigung des gestiegenen Frachtaufkommens wurden zwischen 1928 und 1933 insgesamt 32 dieser schmalspurigen Einheitsloks beschafft. Da sich die Konstruktion bewährte und nach dem Krieg auch bei den Schmalspurbahnen Lokomotivmangel herrschte, baute die Deutsche Reichsbahn in den Jahren 1952 bis 1956 nochmals 24 Lokomotiven nach, die äußerlich den Einheitsloks sehr ähnlich sind. Mit einer Leistung von rund 600 PS gehören beide Typen zu den stärksten deutschen Schmalspurloks.

99 731 Baujahr 1928, SMF Chemnitz/4678
99 735 Baujahr 1928, SMF Chemnitz/4682
99 749 Baujahr 1929, Schwartzkopff/9538
99 750 Baujahr 1929, Schwartzkopff/9539, ausgestellt im Trixi-Park
99 757 Baujahr 1933, Schwartzkopff/10147, abgestellt
99 758 Baujahr 1933, Schwartzkopff/10148
99 760 Baujahr 1933, Schwartzkopff/10151, abgestellt
99 787 Baujahr 1955, LKM Babelsberg/132028

Weiterhin ist als nicht betriebsfähiges Ausstellungsexponat eine Dampflok vorhanden, die langjährig in Zittau den Rangierdienst auf dem Bahnhof verrichtete und ursprünglich von der Trusebahn in Thüringen stammt.

99 4532 Baujahr 1924, Orenstein & Koppel, Ausstellungslok in Bertsdorf

Diesellokomotiven und Triebwagen

VT 137 322 Baujahr 1938, WUMAG Bautzen/22005
199 013 Baujahr 1980, FAUR Bukarest, Rangierlok
ex CFR 87-0029-6 Baujahr ?, FAUR Bukarest, Typ L45H, in Aufarbeitung


Historie der Zittauer Schmalspurbahn

Der Gebirgsverein Oybin setzte sich immer wieder für die Anbindung des Zittauer Gebirges an das entstehende Eisenbahnnetz in Sachsen ein. Das Königreich Sachsen sahen aber dafür keine Notwendigkeit. So wurde am 27. Juli 1888 eine für die damalige Zeit einmalige Ausnahme erlaubt - der Bau und die Betreibung der ersten privaten Schmalspurbahn durch die "Zittau-Oybin-Jonsdorfer-Eisenbahn-Gesellschaft". Am 26. Juni 1889 erfolgte der erste Spatenstich und bereits am 25. November 1890 wurde die Bahn mit einem Festzug feierlich eröffnet wird. Von Anfang an wurde der Zug Ohne Jede Eile - wie die Bahn im Volksmund heißt - überaus gut angenommen.

Die Z.O.J.E. war bald überfordert und so übernahm die K.Sächs.Sts.E. B. neben dem Betrieb am 1. Juli 1906 die "Zittau-Oybin-Jonsdorfer-Eisenbahn-Gesellschaft". Bis 1909 steigerten sich die Fahrgastzahlen auf 523 000 Gäste - die Schmalspurbahn war an der Leistungsgrenze angelangt. Eine für Sachsen einmalige Lösung war der zweigleisige Ausbau einer schmalspurigen Bahn, der am 15. April 1913 zwischen Zittau und Oybin vollendet wurde. 1920 ging die K.Sächs.Sts.E.B. wie alle anderen deutschen Länderbahnen in der Deutschen Reichsbahn auf. Die Beliebtheit der Zittauer Bahn wuchs dessen ungeachtet weiter bis auf Spitzenwerte von 18 000 Fahrgästen am Tag. Der Zweite Weltkrieg ging auch an der Schmalspurbahn nicht spurlos vorbei und so wurde aus Materialmangel von 1944-45 das zweite Gleis wieder abgebaut. Am 21. Mai 1945 begann wieder der Betrieb. Auch der Ausflugsverkehr ins nahe Zittauer Gebirge setzte wieder ein und die Region entwickelte sich bis 1990 zu einem gefragten Urlaubsgebiet.

Im Jahr 1990 sollte die Bahn zugunsten der Erweiterung des Braunkohletagebaus bei Olbersdorf eingestellt werden, was infolge der politischen Veränderungen in Deutschland verhindert werden konnte. Die erneut geplante Einstellung des Bahnbetriebes im Jahre 1998 durch die Deutsche Bahn wurde durch einen neuen Betreiber, die Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (SOEG) verhindert. Seit 1996 erfreut sich die Bahn wieder steigender Beliebtheit, was sich an den ständig steigenden Fahrgastzahlen wiederspiegelt. Es fahren immer noch die Lokomotiven aus den Jahren 1928. Wir wünschen uns, dass die kleine Bahn ins kleinste Mittelgebirge Deutschlands noch lange täglich schnaufend zwischen Zittau, Oybin und Jonsdorf unterwegs ist.

 

Kontakt:

Sächsisch Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft mbH
Kundenbüro
Bahnhofstr. 41
02763 Zittau

Tel.: 03583 540540
Fax: 03583 516462

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